Unsere zweite Hochtour 2026 führte uns auf die Weißkugel. Wir starteten unsere Anreise bereits zu früher Stunde, da sie uns über den Reschenpass bis in den Südtiroler Ort Melag im Langtauferer Tal führte. Der kurze Anstieg bis zur Weißkugelhütte (2557 m) war schnell überwunden, ein Schild kurz vor der Hütte wies uns darauf hin, dass wir nun unsere seelige Ruhe haben würden. Dort angekommen wurden wir sogleich mit einem Schnaps begrüßt. Danach genossen wir die Geselligkeit auf der urigen Hütte. Zu späterer Stunde gab uns der Wirt dann noch wertvolle Tipps zur Route und wir vereinbarten einen frühen Aufbruch.
Der Gipfeltag startete praktisch direkt nach dem Niederlegen mit einem zünftigen Frühstück und viel Motivation. Die Wegfindung im Dunkeln war schwierig, insbesondere die Flussquerungen wären bei Tageslicht wohl einfacher gewesen, doch bergab (!) ging's recht rasch voran. Im Vorfeld des Gletschers waren wir mit einem ersten Anstieg in Form einer Schuttmoräne konfrontiert. Im Zuge dessen wurden wir von zwei Teilnehmern informiert, dass sie mit Übelkeit/Magenproblemen kämpften, wobei sich dann einer für die Umkehr entschieden hat. Nunmehr zu zwölft überwanden wir auf dem ersten Gletscherstück bis zum Weißkugeljoch (3362 m) zahlreiche Spalten, nur um von dort dann wieder abzuklettern. Nach einem weiteren, kurzen Gletscherstück mussten wir unseren Mut zusammennehmen und eine kurzes Stück Steileis überwinden, welches in eine Gletscherspalte abfiel. Von dieser Felsformation ging es dann wieder bergab, bevor wir uns am Hintereisjoch (3470 m) wieder durch's Spaltenlabyrinth suchen mussten. Danach folgte ein versicherter Steig und eine kurze Firnpassage bevor wir zum Gipfelgrat gelangten. Die kurze Kletterei im I.-II. Schwierigkeitsgrat war ein richtiger Genuss, doch kaum waren wir oben mussten wir mit Erstaunen feststellen, dass das Gipfelkreuz fehlte. Dieses war, wie uns der Wirt später erzählte, kurz zuvor zur Wartung ausgeflogen worden.
Den halben Weg hatten wir nun hinter uns und nach ein paar Fotos ging's den ganzen Weg mit all seinen Schwierigkeiten noch einmal retour. Zwischendurch gab es auch noch eine Rast - die Stärkung war bitter nötig, da wir nun alle Bergabpassagen wieder hinauf mussten. Zum Schluss mussten wir noch den mittlerweile stark angeschwollenen Fluss queren, was bei so manchem für nasse Füße sorgte. Der letzte Anstieg zur Hütte forderte dann nochmals unsere Kräfte bevor wir uns bei einem kühlen Getränk etwas ausrasten konnten.