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MTB-Tour Schleierfall

Große Klausenschlucht, Schleierfall Wasserfall und Anlaufalm

Perfekte Bedingungen und der erste „Potschn“

Zu dritt – Julia, Klaus und ich, David, als MTB-Guide – machten wir uns um 7 Uhr in Freistadt auf den Weg ins Reichraminger Hintergebirge. Nach den heißen Tagen der vergangenen Wochen versprach der Wetterbericht für unsere Tour nahezu perfekte Bedingungen: maximal 23 Grad, wenig Wind und leicht bewölkter Himmel. Genau das richtige Wetter für eine ausgedehnte Mountainbike-Runde.

Vom Parkplatz kurz nach Reichraming starteten wir entlang der Großen Klauseschlucht in Richtung Große Klaushütte. Die Forststraßen präsentierten sich in bestem Zustand – keine ausgewaschenen Stellen, kaum Fahrrillen und angenehme Temperaturen. So kamen wir zunächst flott voran.

Nach rund zehn Kilometern wurden wir allerdings schon zum ersten Mal unfreiwillig ausgebremst: ein Potschn . Im gut abgestimmten MTB-Team war der Schlauch schnell gewechselt und schon konnten wir unseren Aufstieg fortsetzen. Durch die zahlreichen historischen Tunnel der ehemaligen Waldbahn ging es mit den ersten, noch einfachen Höhenmetern weiter. Gerade diese Abschnitte machen die Tour zu etwas Besonderem – immer wieder verschwindet man im Berg und kommt kurz darauf wieder ins Tageslicht. Für die dunklen Tunnel ist eine Fahrradbeleuchtung jedenfalls sehr zu empfehlen.

Nach etwa 18 Kilometern erreichten wir den Schleierfall. Durch die eher trockenen Wochen zuvor führte dieser leider deutlich weniger Wasser als bei feuchteren Bedingungen. Schön anzusehen war das Naturjuwel trotzdem und eine kurze Pause durfte natürlich nicht fehlen.

 

Steile Höhenmeter und die besten Brombeeren der Welt

Danach warteten die letzten rund 400 Höhenmeter hinauf zur Anlaufalm auf uns. Der Anstieg wurde deutlich steiler und fordernder, ließ sich aber in unserem angenehmen Rhythmus gut bewältigen. Gerade im steilsten Abschnitt kam dann allerdings die zweite kleine Panne des Tages: Die Kette sprang hinter die Kassette. Auch dieses Problem konnten wir zum Glück schnell lösen – sowas gehört beim Biken eben dazu.

Kurz vor der Anlaufalm hörten wir dann plötzlich Klaus sagen: „Des miassts probieren!“ Er hatte die wohl süßesten Brombeeren entdeckt, die wir jemals gegessen hatten. Was als kurzer Geschmackstest begann, entwickelte sich schnell zu einer regelrechten Brombeer-Sucht. Gemeinsam klapperten wir das Gebüsch nach den süßen Früchten ab. Von diesen süchtig machenden Brombeeren wieder wegzukommen, war – da waren wir uns einig – fast so schwierig wie damals mit dem Rauchen aufzuhören.

Schließlich schafften wir es doch noch zur Anlaufalm. Dort hatten wir uns eine ordentliche Stärkung verdient: Suppe, Käsebrote, Topfenstrudel und dazu alkoholfreies Bier. Mit neuer Energie und vollem Bauch ging es anschließend über die Forststraße auf der anderen Seite wieder bergab.

Die Abfahrt war technisch einfach und damit für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer gut zu bewältigen. Die Beine konnten sich etwas erholen, während wir die wunderschöne Landschaft noch einmal richtig genossen. Die alten Waldbahn-Tunnel hatten wir dabei bereits hinter uns – nun ging es über die Forststraße entspannt zurück ins Tal.

 

Gemütlicher Ausklang einer gelungenen Genusstour

Etwa zehn Kilometer vor dem Parkplatz legten wir noch einen gemütlichen Zwischenstopp im Brunnbachstadl ein. Bei einem Bier stießen wir auf unsere schöne Tour und den gelungenen Tag an.

Zurück am Parkplatz wechselten wir noch die verschwitzte Radbekleidung, bevor wir in Reichraming zum Essen einkehrten. Erst danach machten wir uns wieder auf den Heimweg.

Am Ende standen 48 Kilometer und rund 850 Höhenmeter auf unseren Radcomputern. Eine wunderschöne und abwechslungsreiche Tour mit idyllischen Forststraßen, historischen Waldbahn-Tunneln, Schluchten, dem Schleierfall und der Anlaufalm als Höhepunkt. Technisch ist die Runde einfach, der Anstieg zur Anlaufalm fordert kurz etwas mehr Kondition. Bei trockenen Bedingungen ist die Strecke sogar mit einem Gravelbike gut machbar.

Alles in allem eine rundum gelungene Genusstour , bei der wir der Zeit keine Beachtung schenkten: landschaftlich abwechslungsreich, konditionell kurz fordernd, technisch aber entspannt – und mit den richtigen Leuten, ein paar kleinen Pannen und den besten Brombeeren des Sommers sowieso ein Tag, an den man sich gerne zurückerinnert.

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